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Aserbaidschanischer Oppositionsaktivist im Hungerstreik wegen Strafe für Socken im Gefängnis

  • IHR
  • vor 2 Tagen
  • 2 Min. Lesezeit
Der aserbaidschanische Oppositionsaktivist Sahib Mammadzada befindet sich nach Angaben seiner Familie im trockenen Hungerstreik, nachdem er wegen seiner Socken in Einzelhaft gesteckt wurde.
Besitzer Mammadzada

Ein aserbaidschanischer Oppositionsaktivist ist im Gefängnis in einen Hungerstreik getreten, nachdem er in Einzelhaft gesteckt worden war, weil er angeblich bei einem täglichen Appell keine Socken getragen hatte, teilte seine Familie mit.


Sahib Mammadzada, der örtliche Vorsitzende der oppositionellen Aserbaidschanischen Volksfrontpartei (APFP) in der Region Dashkasan, befindet sich nach Angaben seiner Angehörigen am 9. Juli seit vier Tagen im Gefängnis Nr. 10 im trockenen Hungerstreik.


Seine Familie sagte, die Wärter hätten ihn bestraft, nachdem er beim Abendappell in Hausschuhen ohne Socken erschienen war. Angehörige bezeichneten die Begründung seiner Einzelhaft als „lächerlich“.


Weder die Gefängnisverwaltung noch der staatliche Strafvollzugsdienst haben sich zu den konkreten Vorwürfen geäußert. Der Strafvollzugsdienst stellt jedoch regelmäßig fest, dass alle seiner Zuständigkeit unterliegenden Insassen strikt im Einklang mit dem Gesetz behandelt werden.


Mammadzada wurde im März 2024 festgenommen, als er mit seiner Schwester Vieh in einem Lastwagen transportierte. Die Behörden gaben an, in seinem Besitz 23 Gramm Betäubungsmittel gefunden zu haben, und stellten gegen ihn Anklage wegen Drogenhandels.


Mammadzada wies die Vorwürfe zurück und bezeichnete die Anklage vor Gericht als „inszenierte Show“.


Im Dezember 2024 verurteilte ihn das Gericht für Schwerverbrechen in Ganja zu sechseinhalb Jahren Gefängnis. Ein Berufungsgericht reduzierte diese Strafe im März 2025 auf dreieinhalb Jahre.


Seine Familie behauptet, dass die jüngste Gefängnisstrafe ein bewusster Versuch sei, seine berechtigte Freilassung auf Bewährung zu verhindern, da er bereits zwei Drittel seiner Haftstrafe abgesessen habe.


Die APFP war in den letzten Jahren systematischen Repressionen ausgesetzt, und etwa 20 ihrer Mitglieder, darunter Parteichef Ali Karimli, sitzen derzeit hinter Gittern.


Die Parteiführung behauptet, die Festnahmen seien politisch motiviert.


Lokale Menschenrechtsverteidiger berichten, dass sich derzeit mehr als 320 politische Gefangene in aserbaidschanischen Gefängnissen befinden.


Die Regierung in Baku bestreitet die Inhaftierung politischer Gefangener und besteht darauf, dass alle Inhaftierten nur wegen spezifischer Straftaten strafrechtlich verfolgt werden.



 
 
 

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