Berliner Polizei schränkt aserbaidschanische Demonstranten während Aliyev-Besuch ein
- IHR
- vor 2 Tagen
- 2 Min. Lesezeit

Die deutsche Polizei hat während eines offiziellen Besuchs von Präsident Ilham Aliyev einen aserbaidschanischen politischen Protest vor dem Kanzleramt in Berlin abgesperrt.
Demonstranten, die in Aserbaidschan die Freilassung politischer Gefangener forderten, sagten, Beamte hätten das Gebiet geräumt, Journalisten zurückgedrängt und in der Nähe aufgestellte Protestzelte entfernt.
Der vom Aktivisten Orkhan Agayev organisierte Protest findet seit dem 15. Juni statt und fordert die Freilassung von 15 derzeit in Aserbaidschan inhaftierten Frauen, darunter neun Journalistinnen und sechs religiöse Aktivistinnen.
Der Journalist Afghan Mukhtarli, der seit 2020 in Deutschland lebt, sagte gegenüber Meydan TV, dass Spezialeinheiten der Polizei kurz vor der Ankunft von Herrn Aliyev Aktivisten, Touristen und nicht akkreditierte Journalisten weit weg vom Kanzleramt vertrieben hätten.
„In der jüngeren Geschichte Deutschlands hat es keinen derart schändlichen Vorfall gegeben“, sagte Mukhtarli. „Sie haben wie in Baku ein großes Gebiet mit einer Polizeikette abgesperrt und weder uns noch andere Journalisten in die Nähe gelassen.“
Er fügte hinzu, dass die Polizei von Demonstranten aufgestellte Zelte abgebaut und versucht habe, Fotos und Listen politischer Gefangener zu beschlagnahmen, obwohl sich Aktivisten dem Versuch widersetzten.
Auch der Zugang lokaler Medien war eingeschränkt, so dass nur Journalisten, die für die offiziellen Treffen akkreditiert waren, innerhalb des Umkreises Zutritt hatten.
Herr Aliyev traf am 20. Juli zu bilateralen Gesprächen mit Bundeskanzler Friedrich Merz und Präsident Frank-Walter Steinmeier in Berlin ein.
Während des Besuchs unterzeichneten Herr Aliyev und Herr Merz eine gemeinsame Erklärung zu einer strategischen Agenda für die bilaterale Partnerschaft zwischen Deutschland und Aserbaidschan sowie eine Vereinbarung zur Einrichtung eines gemeinsamen Wirtschaftsrats. Die Gespräche befassten sich mit bilateralem Handel, Energiekooperation und regionalen Entwicklungen.
Der Besuch stand auch im Zeichen eines Austauschs zwischen Hikmet Hajiyev, dem außenpolitischen Berater von Herrn Aliyev, und dem im Exil lebenden aserbaidschanischen Blogger Tural Sadiqli.
In online veröffentlichten Videoaufnahmen kritisierte Herr Hajiyev die Aktivitäten des Bloggers und bezeichnete Landesverrat als „das Schwierigste im Leben“.
Herr Sadiqli ist ein lautstarker Kritiker der aserbaidschanischen Regierung, der in Abwesenheit von einem Gericht in Baku unter anderem wegen Betrugs und öffentlicher Aufrufe zum Terrorismus zu 14 Jahren Gefängnis verurteilt wurde.
.png)



Kommentare