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Die inhaftierte aserbaidschanische Journalistin Fatima Movlamli fordert Kinder auf, nach der Wahrheit zu suchen

  • IHR
  • 2. Juni
  • 2 Min. Lesezeit
Die inhaftierte aserbaidschanische Journalistin Fatima Movlamli fordert Kinder in einem Brief aus ihrer Gefängniszelle auf, „nach der Wahrheit zu suchen“ und die Narrative der Regierung zu hinterfragen.
Fatima Movlamli

Ein inhaftierter aserbaidschanischer Journalist hat in einem am Internationalen Kindertag veröffentlichten Brief die Kinder des Landes aufgefordert, „nach der Wahrheit zu suchen“ und die Narrative der Regierung zu hinterfragen.


Fatima Movlamli, die derzeit im Rahmen des umstrittenen „Meydan-TV-Falls“ in einer Haftanstalt in Baku festgehalten wird, veröffentlichte den offenen Brief am Montag auf ihrer Facebook-Seite.


Movlamli schrieb aus ihrer Gefängniszelle anlässlich des internationalen Feiertags am 1. Juni und warnte junge Menschen, dass sie von staatlichen Medien und Schullehrern belogen würden.


„Sie belügen euch alle, Kinder – vom Sprecher im Fernsehen bis zum Lehrer in der Schule“, schrieb sie. „Die Realität des Landes, in dem Sie leben, ist kein Zuckerschlecken.“


Movlamli sagte, dass staatliche Wohlfahrtsversprechen und „staatliche Fürsorge für Kinder“ ein Mythos seien. Sie behauptete, dass die Zahlung von Kindergeld seit Jahren eingestellt worden sei und die Eltern dazu gezwungen worden seien, lange Stunden unter harten Bedingungen für einen minimalen Lohn zu arbeiten.


Sie warf den Lehrern außerdem vor, dass sie „von der Regierung genehmigte Märchen“ und nicht echte nationale Geschichte unterrichten und Wahlbetrug bei nationalen Abstimmungen begünstigen.


„Ich möchte, dass ihr die Fähigkeit erlangt, Fragen zu stellen, Kinder“, lautete der Brief. „Haben Sie keine Angst zu fragen: ‚Warum?‘ Es wird nicht einfach sein, aber Sie werden Erfolg haben und die Wahrheit finden.“


Movlamli ist einer von mehreren unabhängigen Journalisten, die derzeit in Aserbaidschan inhaftiert sind. Das ölreiche Land sieht sich anhaltender Kritik von internationalen Menschenrechtsgruppen wegen seines Umgangs mit unabhängigen Medien und der Zivilgesellschaft ausgesetzt.


Der „Meydan TV-Fall“ ist Teil einer umfassenderen, laufenden strafrechtlichen Untersuchung gegen Journalisten, die mit dem in Berlin ansässigen unabhängigen aserbaidschanischen Medienunternehmen in Verbindung stehen. Die Regierung in Baku hat solchen Filialen zuvor vorgeworfen, gegen Finanzvorschriften zu verstoßen und im Namen ausländischer Interessen zu handeln.


Trotz der Gefahr, von den staatlichen Behörden als unpatriotisch abgestempelt zu werden, forderte Movlamli ihre jungen Leser auf, bei ihrer Suche nach der Wahrheit beharrlich zu bleiben.


„Der größte Patriot ist derjenige, der die Übergabe seines Landes an Betrüger, Lügner und Unterdrücker nicht akzeptiert“, schrieb sie.



 
 
 

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