Inhaftierter aserbaidschanischer Aktivist droht nach Angaben der Familie mit neuen Anklagen
- IHR
- 6. Juni
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Einem inhaftierten aserbaidschanischen Gewerkschaftsaktivisten wurde mit einem neuen Strafverfahren gedroht, nachdem er gegen die Behandlung eines Mitaktivisten protestiert hatte, teilte seine Familie mit.
Elvin Mustafayev, ein Mitglied der Workers‘ Table Trade Unions Confederation (İşçi Masası), verbüßt derzeit eine dreijährige Haftstrafe im Gefängnis Nr. 17.
Seine Verwandten berichteten dem unabhängigen Mediensender Meydan TV, dass der Leiter des Gefängnisregimes, Samit Gafarov, Mustafayev mit neuen Anklagen gedroht habe.
Berichten zufolge folgte die Drohung Mustafayevs Protest gegen die Behandlung von Tofiq Yaqublu, einem weiteren inhaftierten öffentlichen Aktivisten, der unter gesundheitlichen Problemen leidet.
Seine Familie sagte, dass dies nicht das erste Mal sei, dass Mustafayev Einschüchterungen ausgesetzt sei, und behauptete, er sei zuvor körperlicher Misshandlung durch Gefängnispersonal ausgesetzt gewesen.
Nach Angaben seiner Verwandten wurde Mustafayev von bis zu zehn Gefängnisangestellten – darunter dem stellvertretenden Leiter der Anstalt, einem Oberstleutnant – geschlagen, nachdem er sich geweigert hatte, sich den Bart zu rasieren.
Mustafayev hatte vor einer geplanten Überstellung in eine Haftanstalt in Baku, wo sein Antrag auf bedingte vorzeitige Freilassung verhandelt werden sollte, argumentiert, dass die Forderung rechtswidrig sei.
Seine Familie fügte hinzu, dass Vertreter des Büros des aserbaidschanischen Ombudsmanns ihn trotz Einreichung einer formellen Beschwerde wegen der körperlichen Misshandlung noch nicht besucht hätten.
Mustafayev wurde im August 2023 verhaftet und im Januar 2024 wegen Drogenhandels verurteilt.
Er hat die Vorwürfe konsequent zurückgewiesen und behauptet, dass ihm die Drogen untergeschoben worden seien und dass seine Strafverfolgung politisch motiviert sei.
Der Workers‘ Table Trade Unions Confederation wurde 2022 gegründet, um die Arbeitsrechte in Aserbaidschan zu verteidigen.
Mehrere ihrer prominenten Mitglieder, darunter der Vorsitzende der Organisation, Afiaddin Mammadov, sowie die Mitglieder Aykhan Israfilov und Mohyaddin Orujov, sind derzeit inhaftiert.
Sie alle bestreiten die verschiedenen gegen sie erhobenen Vorwürfe und behaupten, ihre Festnahmen seien politisch motiviert.
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