Aserbaidschan schlägt vor, die Polizei unfreiwillige psychiatrische Tests anordnen zu lassen
- IHR
- vor 5 Tagen
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Aserbaidschanische Abgeordnete haben über einen Gesetzesentwurf debattiert, der es Polizei und Staatsanwälten ermöglichen würde, psychiatrische Untersuchungen für Bürger ohne deren Zustimmung anzuordnen.
Die vorgeschlagene Änderung des Landesgesetzes zur psychiatrischen Versorgung wurde am Mittwoch, dem 17. Juni, im Gesundheitsausschuss des Parlaments erörtert. Nach dem Gesetzesentwurf würde eine Entscheidung eines Staatsanwalts oder eines autorisierten Beamten des Innenministeriums als Rechtsgrundlage für eine Zwangsbewertung dienen.
Befürworter des Gesetzentwurfs sagen, dass die Maßnahmen nur dann gelten würden, wenn eine Verzögerung der medizinischen Hilfe eine unmittelbare Gefahr für den Einzelnen oder seine Umgebung darstellt.
Allerdings lösten die Vorschläge in den sozialen Medien Besorgnis aus, und Kritiker warnten, dass das Gesetz missbraucht werden könnte, um Andersdenkende ins Visier zu nehmen.
Aserbaidschan war zuvor wegen Vorwürfen unfreiwilliger psychiatrischer Inhaftierungen in die Kritik geraten. Aktivisten und Oppositionelle, insbesondere in der Autonomen Republik Nachitschewan, haben wiederholt behauptet, sie seien aufgrund ihrer politischen Ansichten ohne medizinische Gründe in psychiatrische Anstalten eingeliefert worden.
Die aserbaidschanischen Behörden haben diese Vorwürfe konsequent zurückgewiesen und behauptet, dass alle Krankenhauseinweisungen ausschließlich auf der medizinischen Notwendigkeit beruhen.
Die Debatte hat auch Erinnerungen an die Sowjetzeit wachgerufen, als in der gesamten UdSSR systematisch „Strafpsychiatrie“ eingesetzt wurde, um politische Dissidenten und Regimekritiker zum Schweigen zu bringen.
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