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Neue Medienorganisation wird die staatliche Kontrolle verschärfen, warnt die Aufsichtsbehörde

  • IHR
  • 29. Juni
  • 2 Min. Lesezeit
Reporter ohne Grenzen warnt davor, dass der von Aserbaidschan vorgeschlagene Medien- und Rundfunkrat die staatliche Kontrolle über die verbleibenden unabhängigen digitalen Räume verschärfen wird.

Ein globaler Beobachter der Pressefreiheit hat gewarnt, dass ein Gesetzesvorschlag zur Einrichtung einer Superregulierungsbehörde für Medien in Aserbaidschan die staatliche Kontrolle über die verbleibenden unabhängigen digitalen Räume des Landes verschärfen wird.


Der Gesetzentwurf, der voraussichtlich am 30. Juni 2026 im Parlament debattiert wird, würde die bestehende Media Development Agency und den Audiovisual Council durch eine einzige Einheit namens Media and Broadcasting Council ersetzen.


Reporter ohne Grenzen (RSF) sagte, die Reform würde Regulierung, Finanzierung und Journalistenausbildung unter einer einzigen staatlichen Stelle zentralisieren und effektiv als wiederbelebtes „Informationsministerium“ fungieren.


„Dieser Gesetzentwurf schafft keine unabhängige Regulierungsbehörde“, sagte Jeanne Cavelier, Leiterin der RSF-Abteilung für Osteuropa und Zentralasien. „Es vollendet die Rückkehr der Medien unter staatliche Kontrolle.“


Sie fügte hinzu, dass die Behörden beschlossen hätten, alle regulatorischen Hebel in ihre eigenen Hände zu nehmen, nachdem die letzten unabhängigen Journalisten des Landes verhaftet, ins Exil gezwungen oder im Geheimen gearbeitet worden seien.


Die aserbaidschanische Regierung hat den Schritt als notwendige Aktualisierung zur Integration von Print-, Rundfunk- und digitalen Medien gerechtfertigt und verwies auf die Notwendigkeit, die „nationale Informationssicherheit“ zu schützen und die wirtschaftliche Unabhängigkeit der Medien zu unterstützen.


Von RSF zitierte lokale Experten argumentierten jedoch, dass der wahre Zweck darin bestehe, die staatliche Autorität auf digitale Plattformen wie YouTube, Telegram, Facebook und Instagram auszuweiten, die für aserbaidschanische Bürger zu wichtigen Quellen unzensierter Nachrichten geworden seien.


Kritiker vergleichen das vorgeschlagene Gremium mit dem früheren Ministerium für Presse und Information, das 2001 im Zuge der Reformen zur Liberalisierung des Medienmarktes unter internationalem Druck abgeschafft wurde.


Der Schritt erfolgt inmitten eines umfassenderen, langjährigen Vorgehens gegen den unabhängigen Journalismus im Kaukasusstaat.


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Bei prominenten Plattformen wie Abzas Media, Toplum TV und Meydan TV kam es zu Razzien in ihren Büros und Festnahmen von Mitarbeitern, ebenso wie Journalisten des von den USA finanzierten Senders Radio Free Europe/Radio Liberty (RFE/RL).


Laut RSF sind derzeit mindestens 25 Journalisten in Aserbaidschan inhaftiert.


Das Land belegt im World Press Freedom Index 2026 von RSF den 171. Platz von 180 Ländern und gehört damit zu den restriktivsten Medienumgebungen der Welt.



 
 
 

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