Das kasachische Gericht entscheidet, dass Präsident Toqajew eine weitere Amtszeit anstreben kann
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Das kasachische Verfassungsgericht hat entschieden, dass Präsident Kassym-Schomart Tokajew eine weitere Amtszeit von sieben Jahren anstreben kann, und setzt damit faktisch seine Amtszeitbeschränkung als Präsident zurück.
Das Gericht erklärte am Dienstag, dass die Beschränkungen der neu verabschiedeten Verfassung des Landes nur für Wahlen gelten, die nach Inkrafttreten des Gesetzes am 1. Juli stattfinden. Dies hat zur Folge, dass Amtszeiten, die nach dem bisherigen Grundgesetz von 1995 verbüßt wurden, nicht auf die einmalige Amtszeitbegrenzung angerechnet werden.
Die neue Verfassung, die im März in einem landesweiten Referendum angenommen wurde, beschränkt die Präsidentschaft offiziell auf eine einzige Amtszeit von sieben Jahren. Das Urteil beseitigt jedoch das wichtigste rechtliche Hindernis, das den 73-jährigen Präsidenten daran hindert, erneut zu kandidieren, wenn seine derzeitige Amtszeit im Jahr 2029 endet.
Die Entscheidung des Gerichts fällt trotz einer öffentlichen Zusage von Herrn Tokajew vor vier Jahren, im Juli 2022, dass er nicht die Absicht habe, sein Mandat zu verlängern.
„Ich wurde im In- und Ausland gefragt, ob der derzeitige Staatschef beabsichtigt, seine Macht durch ein Referendum zu erweitern – mit anderen Worten, seine Amtszeit als Präsident neu festzulegen“, sagte er damals. „Meine Antwort ist klar: Ich hatte keine solche Absicht und werde es auch nie tun.“
Herr Tokajew trat sein Amt erstmals im März 2019 an, nachdem der erste Präsident Kasachstans, Nursultan Nasarbajew, zurückgetreten war, der das ölreiche zentralasiatische Land fast drei Jahrzehnte lang regiert hatte.
Nachdem Herr Tokajew später in diesem Jahr eine vorgezogene Wahl gewonnen hatte, sicherte er sich im November 2022 eine siebenjährige Amtszeit. Diese Abstimmung folgte umfangreichen Verfassungsänderungen, die laut offiziellen Angaben darauf abzielten, Kasachstan von einem „superpräsidentiellen“ Regierungssystem abzuwenden.
Politische Analysten in der Region sagen, dass das jüngste Gerichtsurteil eine „Ausfallsicherung“ für die politische Elite des Landes darstellt, die Unsicherheit verringert und vorzeitige Machtkämpfe über einen künftigen Machtwechsel verhindert.
Oppositionelle kritisierten den Schritt und zogen Vergleiche mit anderen ehemaligen Sowjetrepubliken, in denen die Führer ihre Verfassungen geändert hatten, um ihre Amtszeit zu verlängern.
Herr Tokajew hat noch nicht bekannt gegeben, ob er beabsichtigt, für eine weitere Amtszeit zu kandidieren.
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