Inhaftierter aserbaidschanischer Aktivist wirft Gefängnismissbrauch nach Besuch des EU-Chefs vor
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- vor 3 Tagen
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Der inhaftierte aserbaidschanische Aktivist Bakhtiyar Hajiyev ist nach einem Besuch von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen in Baku nach Angaben seiner Familie körperlicher Gewalt und verstärkten Belästigungen im Gefängnis ausgesetzt gewesen.
Verwandte teilten der lokalen Nachrichtenagentur Toplum TV mit, dass die Behörden der Strafanstalt Nr. 6 Medienmaterialien verboten, Bücher und persönliche Gegenstände beschlagnahmt und Hajiyevs offizielle Beschwerden ignoriert hätten.
Auch der Druck auf andere Insassen, die eine gemeinsame Petition an Frau von der Leyen unterzeichnet haben, hat zugenommen. Der Mithäftling Yashar Aghazadeh wurde in eine Strafzelle gesteckt und befindet sich nach Angaben der Familie des Aktivisten seit mehr als zehn Tagen im Hungerstreik.
Hajiyev sagte, dass im gesamten Strafvollzug des Landes ähnliche Maßnahmen gegen andere politische Gefangene und Journalisten ergriffen würden.
„Es ist klar, dass Energie-, Wirtschafts- und Handelsinteressen für Europa zu einer Priorität geworden sind“, zitierte ihn seine Familie.
„Angesichts der Abschwächung des internationalen Drucks verschärfen die aserbaidschanischen Behörden die Repression weiter, führen neue Verhaftungen durch und versuchen, inhaftierte Personen vollständig zum Schweigen zu bringen, indem sie ihnen den Kontakt zu den Medien und der Gesellschaft entziehen.“
Hajiyev wurde im Dezember 2022 zunächst wegen Rowdytums und Missachtung des Gerichts verhaftet.
Später fügten die Staatsanwälte mehrere finanzielle Vorwürfe hinzu, darunter illegales Unternehmertum, Geldwäsche, Schmuggel, Dokumentenfälschung und Steuerhinterziehung.
Im Januar verurteilte das Baku-Gericht für schwere Verbrechen den prominenten Aktivisten zu zehn Jahren Gefängnis und ordnete die Beschlagnahme seiner Wohnung und seiner Bankkonten an. Die Entscheidung wurde am 7. April vom Berufungsgericht Baku bestätigt.
Hajiyev bestreitet alle Vorwürfe und bleibt bestehen, seine Strafverfolgung sei von Innenminister Vilayat Eyvazov als Vergeltung für öffentliche Kritik angeordnet worden.
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